Montag, 21. Februar 2011

Am Strand von Cottesloe

Mein Ausflug zum Strand von Cottesloe gestern Nachmittag lohnte sich sehr, obwohl ich dort spaeter ankam als geplant (Nach einer ca. 20minuetigen Zugfahrt irrte ich erst mal mangels Beschilderung durch die Wohnviertel von Cottesloe, bis ich irgendwann doch noch den Strand entdeckte). Eigentlich hatte ich vorgehabt, ein bisschen zu baden und zu lesen, hatte mir sogar extra noch die Western Australian, die hiesige Regionalzeitung, gekauft, da mir von meinem Buch nur noch wenige Seiten blieben.


Doch statt zu lesen starrte ich nur fasziniert auf die Wellen, die unermuedlich heranrollten, sich auftuermten und Gischt verspritzend brachen, dazwischen Surfer: manche, die eher hilflos von einer Woge zur anderen paddelten, um wieder und wieder ueberrollt zu werden, und andere, die mit Geschick und scheinbarer Leichtigkeit ihr Surfboard ueber die Wellenkamme gleiten liessen.

Sehr gerne wollte ich mich selbst in die Fluten stuerzen (da es tagsueber wieder sehr heiss gewesen war, ware eine Abkuehlung gerade recht gewesen). Doch der Strand von Cottesloe ist, wie ich schmerzhaft feststellen musste, von einem Guertel aus scharfkantigen Steinen umgeben, sodass man sich eigentlich nur unter Schmerzen (oder viell. mit Badeschuhen) ins tiefere Gewaesser vorwagen kann. Ich beschloss also, mich nur von den heranbrandenen Wellen bespritzen zu lassen, spazierte auf und ab und knipste unsaeglich viele Bilder!

Der Hoehepunkt war aber eindeutig der Sonnenuntergang!
Da ich ja erst spaet an den Strand gekommen war, beschloss ich, der Sonne zuzusehen, wie sie im Meer versank. Und was fuer ein Schauspiel bot sich mir da! Je tiefer die Sonne sank, desto staerker gluehte sie. Der Horizont verfaerbte sich organge-rot-golden, die Wellen brandeten weiter unaufhoerlich heran, doch die glatten Stellen des Wassers schimmerten golden! Und auf und zwischen und in den Wellen tummelten sich noch immer die Surfer, Seemoewen kreisten ueber dem Wasser und fern am Horizont waren grosse Schiffe auszumachen...
Ich konnte mich fast nicht losreissen. Erst, als es rings um mich schon dunkel war (nur von der Promenade her kam Licht), stand ich endlich auf, ging an den picknickenden Einheimischen vorbei, fand diesmal einen kuerzeren Weg vom Strand zum Bahnhof und kehrte nach Perth zurueck.

Sonntag, 20. Februar 2011

Goldene Zeiten

Und wieder bin ich in Perth, der westlichsten (und abgelegensten) Metropole Australiens.

Am Samstagmorgen verabschiedete ich mich sowohl von meiner Wwoofing-Familie als auch von Dani, die die letzten Wochen vor ihrer Rueckkehr nach Deutschland noch in der Umgebung von Dunsborough verbringen wird. Ich dagegen moechte in den kommenden Wochen noch ein bisschen mehr von "Oz" sehen, bevor ich mein dreimonatiges Praktikum am Goethe Institut Melbourne antrete.

Goldgraeber-Skulptur vor
der Royal Mint
Fuer meine letzten Tage in Perth legte ich mir ein genaues Programm fest, das ich auch mehr oder weniger befolge. Obwohl die Stadt - besonders im Vergleich mit Sydney oder Melbourne - auf den ersten Blick eher uninteressant wirkt (es gibt nicht viele Sehenswuerdigkeiten abgesehen von der Royal Mint, wo frueher Goldbarren hergestellt wurden, und dem weitlaeufigen King's Park), habe ich jetzt das Gefuehl, gar nicht mehr alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen hatte.
Heute Nachmittag will ich auf jeden Fall noch an den Cottesloe Beach fahren, um der Hitze der Stadt zu entfliehen. Und morgen beschliesse ich meine Zeit hier mit Art Gallery und Pica (einem Museum fuer Gegenwartskunst).

Gestern und heute hatte ich mich an verschiedenen Orten ueber den Goldboom Westaustraliens bzw. das Goldgraeber-Dasein der vergangenen 100 Jahre informiert: Sehr interessant ist die Ausstellung zum Thema Gold in der Royal Mint, wo den Besuchern zur vollen Stunde demonstriert wird, wie fluessiges Gold zu harten, matt glaenzenden Barren gepresst wird. Das Western Australia Museum und die State Library waren weitere Anlaufstellen fuer meine Recherchen.

Warum ich mich ploetzlich so sehr fuer das Thema Gold interessiere?

Nun, am Mittwoch werde ich den beruehmten Indian Pacific besteigen, jenen Zug, der zwischen Perth und Sydney verkehrt und der somit den Roten Kontinent in seiner ganzen Breite durchquert. Im alten Goldgraeberstaedtchen Kalgoorlie, das 600km oestlich von Perth liegt und heute 30.000 Einwohner zaehlt, werde ich fuer vier Tage Halt machen. Genug Zeit, um mehr ueber das Goldfieber zu erfahren, das Westaustralien Ende des 19. Jahrhunderts erfasste und Glueckssucher aus aller Welt anlockte. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Staetdchen, das heute wesentlich lebenswerter und idyllischer sein muss, als es vor mehr als hunderty Jahren war, als die ersten Goldgraeber sich dort niederliessen und gegen die Hitze und die Wasserarmut des Outbacks ankaempften.

Na gut, genug davon. Jetzt hole ich meinen Bikini aus dem Hostel und dann geht's zum Strand!

Bis bald und goldene Gruesse aus Perth!

Montag, 14. Februar 2011

Tage im Paradies

Nach erfolgloser Jobsuche im Weingebiet suedlich von Perth hat es Dani und mich nun ins "Paradies" verschlagen.
Nunja, im Paradies muss man wahrscheinlich nicht Unkraut jaeten, Rindenmulch verteilen oder Stuehle lackieren - aber diese Aufgaben erledigen wir gerne, wenn wir im Gegenzug traumhafte, menschenleere Straende zu sehen bekommen, im Schatten von Palmen ausruhen koennen und mit gutem Essen versorgt werden. Denn wir "wwoofen" gerade bei einer netten Schweizer Familie nahe dem Oertchen Dunsborough (d.h. ein paar Stunden Arbeit am Tag im Tausch gegen Unterkunft und Essen).
Wir haben's hier wirklich gut getroffen und fuehlen uns wie im Urlaub. Das Haus ist gross und hell, wir haben ein schoenes Zimmer mit bequemem Bett fuer uns und im weilaeufigen Garten gibt es mehrere Weiher, von denen der groesste zum Schwimmen geeignet ist.

Und Kurt, unser "Gastvater", hat uns schon oft zu den Traumstraenden der Umgebung mitgenommen: tuerkisfarbenes Wasser, weisser Sand - und gleichzeitig menschenleer: man hat den ganzen Strand fuer sich! Noch dazu ist jeder Strand anders: mal gibt's hohe Wellen, mal ist das Wasser seicht und glatt.

Eine knappe Woche bleiben wir noch hier und dann geht's wieder weiter. Ich muss auf jeden Fall wieder Richtung Melbourne zurueck.
Denn: Wunder oh Wunder, ganz spontan konnte ich jetzt noch einen Praktikumsplatz im Goetheinstitut ergattern.
Bevor wir nach Perth reisten, sah ich auf der Homepage des GI, dass ab Ende Maerz ein Praktikumsplatz zu vergeben ist. Ich rief an, fragte, ob ich mit meinen Unterlagen vorbeikommen duerfe und am naechsten Tag sass ich im Buero von Wiebke und Katharina und liess mir erzaehlen, welche Aufgaben waehrend eines Praktikums anfallen wuerden. Ein paar Tage spaeter rief Wiebke mich an: "Wir moechten dich gern bei uns haben, du hast die Stelle." Einfach super!! Am Mitte Maerz werde ich nun also drei Monate in Melbourne leben und den Alltag in der Sprachabteilung des GI mitbekommen. Ich freu mich schon - noch dazu habe ich mich bei meinen bisherigen Aufenthalten in Melbourne sehr wohlgefuehlt.

Sonnige Gruesse nach Deutschland! Bis bald!


Dienstag, 8. Februar 2011

Gruesse aus dem Westen


Jaja, meine Eintraege sind aeusserst spaerlich geworden in letzter Zeit. Aber da ich staendig unterwegs war oder Wichtiges zu organisieren hatte, kamen die Berichte zu kurz. (Noch dazu sind Internetcafes so teuer - wie eigentlich alles hier in Australien!)

Nun gut, nach der Rueckkehr von "Tassie", das mir sehr ans Herz gewachsen war, verbrachte ich noch ein paar Tage in Melbourne und machte eine Tour entlang der Great Ocean Road mit. Diese Kuestenstrasse war nach dem Ersten Weltkrieg von Veteranen in blosser Handarbeit aus dem Fels gehauen worden und ist jetzt die Touristenattraktion Nr. 1 in Victoria - v.a. die Felsformationen "12 Apostel" und die "London Bridge" sind sehr beeindruckend.

Und endlich, endlich sah ich echte Koalas (kleine Fellknaeuel hoch oben in den Eukalyptusbaumen) und Kaengurus (in Halls Gap, wo wir uebernachteten, tummelten sich die "Roos" auf dem Spielplatz mitten im Ort und frassen Gras, ohne sich von uns fotogeilen Touris und dem Blitzlichtgewitter stoeren zu lassen!).

Vor den Aposteln - mittlerweile stehen leider nicht mehr alle zwoelf
 Vergangenen Freitag ging's fruehmorgens nach Perth in Western Australia. Perth liegt am Swan River und bietet einen interessanten Mix aus modernen Wolkenkratzern und alten, voktorianischen Gebaeuden, aber ich vermisste den Charme von Melbourne und Sydney. Am Montag fuhren Dani und ich nach Margeret River, einen schmucken Ort im Weinbaugebiet suedlich von Perth, um einen Job in der Traubenernte zu ergattern. Aber leider muessen wir erst mal abwarten, bis naechste Woche die Erntesaison beginnt. Noch dazu ist Margaret River ein wahres Backpacker-Mekka und wir waren bei weitem nicht die einzigen auf der Suche nach Arbeit.
Ab morgen werden wir erst mal wieder eine Woche wwoofen, bei einer Familie in Dunsborough nahe Margaret River.