Sonntag, 20. Februar 2011

Goldene Zeiten

Und wieder bin ich in Perth, der westlichsten (und abgelegensten) Metropole Australiens.

Am Samstagmorgen verabschiedete ich mich sowohl von meiner Wwoofing-Familie als auch von Dani, die die letzten Wochen vor ihrer Rueckkehr nach Deutschland noch in der Umgebung von Dunsborough verbringen wird. Ich dagegen moechte in den kommenden Wochen noch ein bisschen mehr von "Oz" sehen, bevor ich mein dreimonatiges Praktikum am Goethe Institut Melbourne antrete.

Goldgraeber-Skulptur vor
der Royal Mint
Fuer meine letzten Tage in Perth legte ich mir ein genaues Programm fest, das ich auch mehr oder weniger befolge. Obwohl die Stadt - besonders im Vergleich mit Sydney oder Melbourne - auf den ersten Blick eher uninteressant wirkt (es gibt nicht viele Sehenswuerdigkeiten abgesehen von der Royal Mint, wo frueher Goldbarren hergestellt wurden, und dem weitlaeufigen King's Park), habe ich jetzt das Gefuehl, gar nicht mehr alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen hatte.
Heute Nachmittag will ich auf jeden Fall noch an den Cottesloe Beach fahren, um der Hitze der Stadt zu entfliehen. Und morgen beschliesse ich meine Zeit hier mit Art Gallery und Pica (einem Museum fuer Gegenwartskunst).

Gestern und heute hatte ich mich an verschiedenen Orten ueber den Goldboom Westaustraliens bzw. das Goldgraeber-Dasein der vergangenen 100 Jahre informiert: Sehr interessant ist die Ausstellung zum Thema Gold in der Royal Mint, wo den Besuchern zur vollen Stunde demonstriert wird, wie fluessiges Gold zu harten, matt glaenzenden Barren gepresst wird. Das Western Australia Museum und die State Library waren weitere Anlaufstellen fuer meine Recherchen.

Warum ich mich ploetzlich so sehr fuer das Thema Gold interessiere?

Nun, am Mittwoch werde ich den beruehmten Indian Pacific besteigen, jenen Zug, der zwischen Perth und Sydney verkehrt und der somit den Roten Kontinent in seiner ganzen Breite durchquert. Im alten Goldgraeberstaedtchen Kalgoorlie, das 600km oestlich von Perth liegt und heute 30.000 Einwohner zaehlt, werde ich fuer vier Tage Halt machen. Genug Zeit, um mehr ueber das Goldfieber zu erfahren, das Westaustralien Ende des 19. Jahrhunderts erfasste und Glueckssucher aus aller Welt anlockte. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Staetdchen, das heute wesentlich lebenswerter und idyllischer sein muss, als es vor mehr als hunderty Jahren war, als die ersten Goldgraeber sich dort niederliessen und gegen die Hitze und die Wasserarmut des Outbacks ankaempften.

Na gut, genug davon. Jetzt hole ich meinen Bikini aus dem Hostel und dann geht's zum Strand!

Bis bald und goldene Gruesse aus Perth!

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